Coaching Ban und seine Folgen für CS:GO im eSport

Es gibt viele Besonderheiten im eSport, die esport-wetten über die Jahre mitverfolgen konnte. Eine der Eigenheiten ist die Schnelllebigkeit und Dynamik der Spiele, unter anderem mit den Spielregeln. Kein anderer Sport verlangt den Spielern so starke Anpassung ab, beispielsweise kann ein einziger Patch ganze Spielzüge über Nacht historisch machen. Wir erinnern uns an einschlägige Neuerungen in den MOBA-Titeln (LoL und Dota 2), die drastische Veränderungen nach sich zogen. Viele AD-Carries fürchteten zeitweise um ihren Job. Auch in FPS-Spielen, wie CS:GO, sehen wir immer wieder Item-Anpassungen oder Check-Point Veränderung, die manche Waffen quasi unbrauchbar machen. Die Trainer sind auch nach dem CS:GO Coaching Ban weiterhin ausgelastet.

Im Prinzip stellt diese Dynamik vor Allem die Trainer vor die größte Herausforderung. Alle Builds, über Spielzüge und DMG-Szenarien müssen zwangsläufig durchgespielt werden. Das heißt aber auch, dass die Vorbereitung der Spieler durch den Trainer einen nicht zu unterschätzenden Faktor ausmacht, der neben der individuellen Performance ebenfalls wichtig ist. Wir wollen in diesem Artikel auf die kontroverse Entscheidung zurückblicken, die Möglichkeiten der Trainer-Einwirkung auf das Spielgeschehen in Counter Strike immer weiter zu beschneiden.

Valve beschränkte die Trainer-Spieler Interaktionen in Major Turnieren

Schon im August 2016 meldete sich Valve mit einem echten Paukenschlag. Nach einer Pressemitteilung wurde überraschend bekannt, dass Trainer nur noch eingeschränkt mit ihrem Team kommunizieren dürfen. Mit dem CS:GO Coaching Ban Erlass (von Valve) soll der Trainer nur noch im „inaktiven“ Spiel mit den Spielern sprechen dürfen..

“During a match, the coach may only communicate with the players during warmup, half-time, or during one of four 30 second timeouts that the coach or player can call.” – Valve

Eine der Begründungen für die Entscheidung war die Tendenz der letzten Jahre, dass auch Top-Tier Teams zuletzt keinen In-Game-Leader (IGL) mehr hatten, sondern nur noch einen „Free Roaming Coach“. Dieser machte seine Spieler teils so hörig, dass er alleine alle Entscheidungen traf und die Spieler nur noch Befehle ausführen sollten. Dies ist die Kehrseite der Medaille, die empörte Trainer oft nicht zugeben wollten.

Nun muss man wissen, dass im professionellen CS:GO ein Trainer unabdingbar ist. Die „Hausaufgaben“ über die Taktik der Gegner als Spielvorbereitung, Spielzüge und aber auch das Shotcalling während des Spiels sind Schlüsselaufgaben des Spiel-Leaders (oder Trainers). Daher ist es einleuchtend, dass die Position des IGL-Coaches, irgendwie ersetzt werden musste. Mit den neuen Regeln brauchte man zwar immer noch einen Coach, aber die Lücke des In-Game-Leaders muss nun wieder Spieler ausfüllen. Erfreulicherweise wurden somit mehr IGL-Spieler wieder eingesetzt, die zuvor ihren Job verloren haben. Im folgenden dazu mehr:

Spieler Wechsel…

Vor der Änderung von Valve gab es in den beiden Jahren 2015 und 2016 viele Wechsel im kompetitiven eSport. Hier die folgenschwersten Auswechslungen echter Profis  in CS:GO, die uns Kenner der Szene auch nach Jahren noch beschäftigen.

  • mousesports Counter Strike Global Offensive CSGO Team Logo mousesports – gob_b ersetzt durch Speedy
  • Natus Vincere Counter Strike Global Offensive CSGO Team Logo Natus Vincere – Zeus ersetzt durch S1mpl
  • Cloud9 Counter Strike Global Offensive CSGO Team Logo Cloud9 – Slemmy ersetzt durch autimatic

Dies sind alles Veränderung, die weit vor der CS:GO Trainer-Reform passierten. IGL´s wurden durch einfache Fragger ersetzt, die dem „free roaming Coach“ besser dienen konnten. Diese Tendenz wurde durch die Reform erfolgreich gebremst und mehr In-Game-Leader wurden wieder eingesetzt. Die Coaches wiederum freuten sich über den neuen „Specator“-Trainer-Modus mit dem sie mehr Tools zur Analyse in die Hand bekamen. Trotzdem durfte der Coach nur während Warmup, Halbzeit und Timeout mit dem Team kommunizieren.

Ein Umdenken der Spieler

Valve wollte die Spieler wieder mehr in den Vordergrund rücken. Auch weil sie der raschen Zunahme an IGL-Coaches und der Entwicklung hin zu einem „Point-of-no-return“ entgegenwirken wollten. Schon 2016 investierten alle Pro-Teams viele Ressourcen in den IGL-Trainer. Dieser fühlte sich nach kurzer Zeit wie der „6. Mann“ in einem 5-Mann-Spiel. Teil der CS:GO Coaching Ban Reform war anfangs auch, dass der Trainer schon gar nicht mehr mit Computer zu den Turnieren anreisen durfte, um nochmal den Trainer-Status zu unterstreichen. Selbstverständlich war aber auch Valve klar, dass nur eigens organisierte Turniere den Regeln folgen mussten, alle anderen konnten weiterhin IGL-Coaches zulassen.

“We understand that there will be some short-term disruption for teams that have made an investment in coach IGLs (in-game leaders). However, we intend the Majors and Minors to be events that can be won by any team of 5 players that demonstrate excellence in all skills of CS and this adjustment is intended to ensure that this remains true.” – Statement by Valve

Wir bewerten daher die schnelle Entscheidung für eine CS:GO Coaching Ban Reform als durchweg positiv und loben an dieser Stelle das Engagement von Valve, auch nach Umwandlung in ein CS:GO Franchise weiterhin in die Zukunft des Spiels zu schauen. Ähnlich schnell war die Reaktion auf den Boom an illegalen Skin-Wetten, die fast unsere ganze Branche in Verruf gebracht hätte.

Ergebnisse und Folgen des CS:GO Coaching Ban im Kontext der generellen Entwicklung?

Die Prognosen erhärteten sich und alle Teams, die ihre IGL-Spieler zuvor entlassen hatten, schafften es nicht mehr sich für die Majors zu qualifizieren. Mit viel Ironie kann darüber lachen, dass auf einmal die Clubs und Vereine sich nahezu überboten, zuvor herausgeworfene IGL´s wie Karrigan und Zeus wieder zu verpflichten. CS:GO entwickelte sich wieder zurück in ein 5v5 Spiel und die Trainer wurden zwar nicht weniger wichtig, aber die große Bühne gebührte wieder den Spielern. Counter-Strike hat eine rasante Entwicklung seit 1.6 hinter sich und Teams werden nun multimodal betreut. Es sind Trainer, Ernährungsberater, Taktiker, Event-Manager, Sponsoren und Fans, die allesamt auf die Spieler einwirken. Trotzdem wünschen wir dem Titel auch weiterhin eine gesunde Entwicklung und nach wie vor ist es die Hoheit der Trainer, angemessen auf einen neuen Patch zu reagieren und die Hoheit der Spieler uns nach hartem Training in spannungsreichen Gefechten zu begeistern.

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Written by: Maximilian

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